Andrea Römmele lud bei der ersten Ausgabe der Mannheimer Reden 2026 nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitdenken, Mitreden und vor allem zum Handeln ein. Die Politikwissenschaftlerin und Professorin Andrea Römmele machte in der 14. Ausgabe der Mannheimer Reden, die die SRH gemeinsam mit dem Nationaltheater Mannheim ausrichten, eindrücklich deutlich: Demokratie ist kein Zustand, sie ist eine Aufgabe. Und sie braucht uns alle.
Ihr zentraler Gedanke: „Demokratie ist kein Zuschauersport.“ Wandel beginne mit kleinen Gruppen von Menschen, die Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen. Römmele führte dabei das Konzept des „Future“ ein – im Französischen verstanden als eine aktive Zukunft, im Gegensatz zum passiven avenir, das einfach auf uns zukommt. Unsere demokratische Zukunft, so ihre Botschaft, liegt nicht vor uns – sie liegt in unseren Händen.
Die Demokratie leide unter einer gefühlten geringen Handlungs- und Leistungsfähigkeit. Langsamkeit wird nicht mehr länger als besonnen, sondern als unglaubwürdig wahrgenommen. Dass es auch anders geht, zeigte Römmele anhand einiger Beispiele aus der Region, etwa die Riedbahn. Hier wurden mutige, wenngleich unliebsame Entscheidungen getroffen, die zum Erfolg und zu mehr Glaubwürdigkeit geführt hatten. Zugleich machte sie deutlich: “Der Staat allein kann das nicht leisten. Demokratie passiert nicht einfach. Wir alle sind Demokratie. Sie lebt vom Engagement jeder und jedes Einzelnen, das in jeder Form von Austausch und Auseinandersetzung einen Anfang hat: sei es im Engagement in Vereinen, im Beruf oder mit Freunden und Familie – und indem man sein Wahlrecht wahrnimmt.”
